Montag, 28. September 2015

Kanada, Schottland, Australien ... alles an einem Tag!

Whycocomagh -> Iona -> North Sydney -> Ingonish

Heute sind wir besonders schnell unterwegs: 3 Kontinente an einem Tag :o) So wandeln wir auf den Spuren der schottischen Auswanderer, die in Nova Scotia ab 1770 eine neue Heimat gefunden haben; wobei die kanadische Provinz der europäischen Heimat landschaftlich zum Verwechseln ähnlich sieht. Das kleine Museumsdorf "Highland Village" in Iona spiegelt eindrucksvoll das Leben der Siedler und deren Entwicklung in der neuen Welt wieder. Man ist fast ein wenig gefangen in der Romantik der alten, einfachen Hütten. Dennoch spürt man auch die Entbehrungen dieser Lebensweise. Das Küstenpanorama im Hintergrund dürfte jedoch damals wie heute die gleiche Faszination auf die Menschen ausgeübt haben:




Auf dem Weg in den Cape Breton Nationalpark streifen wir noch schnell Australien mit dem Örtchen North Sydney. Definitiv ist es insbesondere hier in Nova Scotia sehr interessant zu sehen, wie die Einwanderer per Ortsnamen ein Stückchen der alten Heimat importiert haben. Im Süden der Halbinsel gibt es beispielsweise rund um Lunenburg auch eine deutsche Gemeinschaft.

So, jetzt lassen wir den Abend mit einem kanadischen Bierchen in einem schottischen Pub ausklingen.


Der erste Abend seit unserer Ankunft in Kanada, an dem wir nicht selber kochen und am Lagerfeuer sitzen. Der Preis dafür ist nicht ganz ohne. Die Kanadier lieben ihre Klimaanlagen (im Restaurant, im Flieger, in jedem Supermarkt, auf jedem Klo und einfach überall !!!) auch wenn es draußen nur 12 Grad hat. Das gibt eine saftige Genickstarre :o((

Sonntag, 27. September 2015

Oktoberfest auf Kanadisch

Nova Scotia: Amherst Shore -> Tatamagouche -> Pictou -> Whycocomagh

Die spinnen die neuen Schotten! Mitten in der Pampa von Nova Scotia geraten wir in das lokale "Oktoberfest" in Tatamagouche. 


Aus den Lautsprechern dröhnen eine atemlose Helene Fischer und andere Bierfest-Hits. Um die Laune entsprechend zu heben, werden Kostproben des örtlichen Bierbrauers unters Volk gebracht. 
Kurzerhand schwingen wir uns in bayerische Tracht:


In Gedanken versunken und völlig fixiert auf den deutschen Bratwurststand stolpern wir mit den Biergläschen auf die Straße. Mit der Bratwurst bekommen wir den freundlichen Hinweis eingeschenkt, schleunigst dem schlimmen Alkohol in der Hand wieder nach drinnen zu verschwinden. Denn es ist erst 13 Uhr und zudem ist es ja in Kanada verboten in der Öffentlichkeit drehende Tröpfchen zu trinken.



Nach dem kurzen Ausflug in die Heimat wandeln wir in dem Hafenstädtchen Pictou auf den Spuren der ersten schottischen Siedler in der neuen Welt. Ein Nachbau der "Hector" zeigt wie beengt die 200 Schotten vor nunmehr 300 Jahren die Reise über den Atlantik angetreten haben.



Samstag, 26. September 2015

Es gibt auch noch andere Tiere ...

New Brunswick: Campelton > Bathurst > Kouchibouguac Nationalpark

Nach einem langen Tag auf der Straße, vielen vielen Kilometern und einer verlorenen Stunde (leben nun in der Atlantic Standard Time mit 5h Unterschied zu Deutschland) landen wir im Kouchibouguac Nationalpark. Man könnte auch Eichhörnchenpark sagen, aber das ist unsere persönliche Meinung. 

Es soll hier allerdings auch noch andere Tiere geben. Vor allem eine Schwarzbären-Mama mit 3 Jungen, die wir allerdings nicht zu sehen bekommen. Auf uns haben es eher die schwarzen Eichhörnchen abgesehen, die sich, aus welcher Persönlichkeitsstörung auch immer, für Klapperschlangen halten und uns mit den passenden Geräuschen zum Wahnsinn treiben. Die rotbraunen Kollegen sind durchaus freundlicher und posieren stets anmutig und graziös für ein Foto.

Meine ganz besondere Aufmerksamkeit gilt allerdings den Beobachtungen unserer Campingnachbarn aus der Schweiz. Sie sind sich absolut sicher, nachts ein Stinktier unter ihrem Camper gehabt zu haben. 
Ich weiß eigentlich nur eines ganz sicher: Sandra war letzte Nacht noch mal zum Gassigehen draußen. Ob da wohl eine Verwechslung vorliegt? :o))
"Du Sandra, wie sind Dir eigentlich die Zwiebeln vom Abendessen bekommen??? ;o)"

Um nicht ständig nur im Auto zu sitzen und Kilometer zu schrubben, gönnen wir uns noch eine ca. 5-stündige Wanderung durch den Nationalpark entlang der Holzfällerroute am Fluss. Hier finden sich weitere mit Brennholzlager und Plumpsklo ausgestattete Campingstellen und vor allem sehr deutliche Bären-Warnschilder.




Irgend etwas haben wir hier wieder falsch übersetzt, oder?? :o)

Nun geht es aber aber endgültig nach Nova Scotia, wo noch der ein oder andere Piratenschatz auf uns wartet.

Donnerstag, 24. September 2015

Überquerung des St. Lawrence River

Da wir nun alle Campingplätze bzw. Parkplätze rund um Quebec kennen gelernt haben, folgen wir dem St. Lawrence Strom linksseitig bis St. Siméon. Ab hier nehmen wir die Fähre nach Riviere du Loup und überqueren den breiten Strom innerhalb einer Stunde. Gespannt halten wir Augen und Fernglas offen auf der Suche nach Walen. Belohnt werden wir mit der Sichtung einiger Seehunde und eines Belugawals!!!

Nach dem Verlassen der rostigen Galeere...ähm....der Fähre heißt es erstmal wieder Tankstopp und unerwartet stoßen wir an unsere Grenzen. Was bisher zu einer der natürlichsten Vorgänge der Welt gehörte, ist plötzlich ein Buch mit sieben Siegeln: Wie um Himmels Willen bringe ich eine alte kanadische Zapfsäule dazu, das schwarze Gold auszuspucken???
Kanada-Kenner unter Euch werden sich jetzt totlachen, aber wir stehen tatsächlich da, wie zwei Frauen, die sich alleine kreuz und quer durch Kanada schlagen, aber keine Zapfsäule bedienen können. Das ist mehr als frustrierend, da wir obendrein die Anleitung auf dem dazugehörigen Schild nicht umsetzen können. Aber dann hat es endlich Klick gemacht - sowohl bei der Zapfsäule, als auch bei uns ;o)

Jenseits des St. Lawrence Stroms verändert sich die Landschaft schlagartig. Die sanften Hügel sind spurlos verschwunden und alles, was durch die Ebbe freigelegt wird, erinnert an das norddeutsche Wattenmeer. Dafür ist die Vegetation um einiges zurück. Hier wird gerade erst mit der Getreideernte begonnen.

Weiter geht's nun in Richtung Südosten - nach Neu-Braunschweig :o) und Nova Scotia. Freut euch auf spannende Posts zu unserer kleinen Bärenkunde, dem "Lagerleben" (bisher ohne Koller) und Piratengeschichten.


Welcher ist wohl unser Mietwagen :oP


Mittwoch, 23. September 2015

Quebec City....

Endlich halbwegs durchschlafen!!!
Nach unserem gestrigen Ausflug in die Wildnis der Laurentides zieht es uns am Abend Richtung Québec City, wo wir allerdings nur wild campen können, da der Campingplatz am Stadtrand um diese Jahreszeit bereits geschlossen hat. Das stört uns allerdings zunächst wenig. Wozu gibt es Parkplätze? :o) Aber wenn Heike nachts mal wieder Gassi gehen muss, ist es zuweilen schon etwas unheimlich.
Wir schlafen sogar ausgesprochen gut und träumen von Bären mit FC Bayernschal :o)
Am Morgen geht es in die Altstadt, wo wir jedem Reiseführer zum Trotz auf Anhieb einen Parkplatz finden und es sogar schaffen, den Französisch sprechenden Parkscheinautomaten zu bedienen.
Unser Spaziergang führt uns entlang der alten Stadtmauer direkt in ein französisches Bistro nebst einer Bäckerei für Belgische Waffeln. 1x Banane, 1x Schokolade ... nix geht mehr. Vollgefressen rollen wir uns Richtung Parkplatz.
Die Reise geht weiter gen Osten, wo der St Lawrence Strom in den Atlantik mündet.
Unsere Tierbeobachtungen beschränken sich bis dato übrigens auf 1 Hasen, 1 Reh, 1 Fuchs und unzählige Eichhörnchen ;o) Die Bärchen erscheinen uns nur im Traum.
So, nun geht es wieder auf die Suche nach einem passenden Nachtquartier.
Momentan können wir leider gerade keine Fotos hochladen. Die Internetverbindung ist zu schwach und es ist auch etwas mühsam, die ganze Zeit mit dem iPad bei Mc Donald's auf dem Dach zu sitzen.


Gute Nacht und liebe Grüße an unsere Lieben daheim!!!





Dienstag, 22. September 2015

Der Kampf mit dem Jetlag

Nach nur 4 Stunden Schlaf stehen wir um 06:30 Uhr kanadischer Zeit am Sonntag bereits senkrecht in den Schlafsäcken und fühlen uns ungewohnt fit - das soll sich im Lauf des Tages noch schlagartig ändern :-(
Der Wind treibt weiterhin finstere Wolken über den Himmel und so entschließen wir uns, den Aufenthalt in Montreal dafür zu nutzen, uns beim Walmart mit Lebensmitteln einzudecken, denn am Abend wollen wir bereits irgendwo am Lagerfeuer sitzen und ein leckeres Barbecue mit Spareribs genießen. Allerdings hapert es an Grillkohle und Spiritus. Als wir danach fragen, erhalten wir erstaunliche Antworten:
"Sorry, ich spreche kein Englisch" 
" Tut mir leid, ich mache nur Kartoffelchips"
Aha, dann lassen wir den Chipsfachverkaufer mal lieber in Ruhe seine Arbeit machen.
Gesprochen wird in der Region Quebec tatsächlich offiziell nur Französisch bzw. das lustig klingende "Frenglish".
Aus dem "irgendwo" wird dann schließlich der Nationalpark "Mauricie" nordöstlich von Montreal.
Hier gibt's eine kleine Parzellen im Wald mit PKW Stellplatz, Feuerstelle/Grill und Sitzmöglichkeit.
Nach einer ca. 3-stündigen Wanderung durch die Wälder ist die Luft klar und der Himmel wieder strahlend blau. Das wird definitiv eine kalte Nacht. Gut, dass wir das Auto haben.
Gegen 19 Uhr Ortszeit schlägt allerdings der Jetlag bereits heftig zu.
Wir versuchen, uns bis 21:30 Uhr wach zu halten. Dann fallen die Augen erbarmungslos zu. Aber nur, um nach 2 Stunden genauso erbarmungslos wieder aufzuklappen. Schließlich ist es in Deutschland gerade 06:00 Uhr. Zeit zum Aufstehen!!!!
Augen zu, Augen auf, so geht es weiter bis zum Sonnenaufgang. Der entschädigt uns jedoch für die Jetlagsymptome, denn die Sonne lockt uns vielversprechend.
Wir machen um auf zum nächsten Etappenziel - den Laurentides. Ein Hunderte von Kilometern langer Gebirgszug, in dem es sich ebenfalls herrlich wandern lässt. 







Sonntag, 20. September 2015

Angekommen!

Nach insgesamt fast 16 Std. Reisezeit (inkl. Aufenthalt in Paris) sind wir um 02:45 deutscher Zeit in Montreal gelandet. Nach der Bewältigung der Einreiseformalitäten erwartete uns eine super coole Überraschung bei der Abholung des Mietwagens. Statt des reservierten Midsize SUV wurde uns ein luxuriöser Chrysler Minivan mit allem Schnickschnack zum gleichen Preis vor die Nase gestellt :o)
Nach einem gründlichen Check des Gefährts zogen wir los in Richtung Hotel. Einmal (oder auch zweimal 😉) im Dunkeln quer durch die ganze Stadt, standen wir vor der absolut schlimmsten Absteige, die man sich vorstellen kann. Mitten im lateinamerikanischen Teil des Rotlichtmillieus stand auf dem Flur der Kaschemme ein klappriges Feldbett :o)
Die Entscheidung war trotz quälender Müdigkeit sofort getroffen: Warum sollen wir uns das antun, wenn wir ein absolut campingfähiges Auto vor der Tür stehen haben. Also rein ins Auto, raus aus der Stadt und auf den nächsten Campingplatz. 
Nun ist es 08:00 Uhr deutscher Zeit und wir liegen endlich in unseren Schlafsäcken. Heilfroh, kein Zelt mehr aufbauen zu müssen. Denn zu der Müdigkeit hat sich noch ein ordentlicher Wind gesellt. Der soll mal schön unsere nassen Klamotten (offensichtlich standen die Taschen im plätschernden Regen bevor sie auf's Gepäckband kamen) trocken pusten und uns ruhig schlafen lassen.

Samstag, 19. September 2015

Tag X....Es geht los!

Wir stehen am Flughafen München und nachdem wir nun auch Sandras Übergepäck durchgeschmuggelt haben, geht es nun an Bord der Maschine nach Paris. Von dort fliegen wir weiter nach Montreal.
Nervosität steigt.....zumindest bei mir 😉




Freitag, 18. September 2015

Noch 1 Tag ... Einchecken und Sitzplatz auswählen ;o)

Die Wahl des Sitzplatzes ... gaaaaar nicht so leicht.
Spätestens beim Online-Einchecken dürfte Sandra heute bewusst geworden sein, worauf sie sich eingelassen hat, denn Sitzplatzwahl mit Heike ist nicht sooooo einfach :o)

Sandra: Also Heike, wir hätten noch 3 Optionen im Flieger frei, die ohne Aufpreis sind.

Heike: Ich brauche das Klo in der Nähe.

Sandra: Ok, da hätten wir gang ganz hinten im Flieger eine 2er Reihe mit eingeschränkter Liegefunktion und ohne Fenster.

Heike: Prima, das nehmen wir. Ist das Klo in der Nähe???

Sandra: Äh ... ja, aber da ist kein Fenster.

Heike: Ich brauch kein Fenster. Viel zu viel Wasser im Atlantik.

Sandra: ICH WILL ANS FENSTER!!!

Heike: Ich will am Gang sitzen :o(

Sandra: *Augenroll* Naja, wir schauen mal auf die zweite Option. Das wäre eine 3er Reihe und wir könnten den Platz am Fenster und in der Mitte bekommen.

Heike: ICH WILL AM GANG SITZEN. Ans Fenster gehe ich nur, wenn die restlichen Sitze unbewohnt bleiben und ich freie Bahn zum Klo habe.

Sandra: *Stöhn* Variante drei hat ganz ganz viel Beinfreiheit, befindet sich in einer 4er Reihe direkt hinter der Bordküche der Boeing 767 und Du könntest entweder rechts oder links am Gang sitzen. Da ist noch alles frei.

Heike: Prima. Das nehm ich. Wo ist das Klo???

Sandra: *Rrrrrrr* Da ist aber kein Fensterplatz für MICH!!!

Heike: Ich will am Gang sitzen :o(

Sandra: Oh man, jetzt schaue ich gleich mal nach, ob man das Klo auch direkt buchen kann.
Da hast Du kurze Wege und garantiert kein Fenster :o(

Heike: Hm ...

Sandra: Also ich setz' mich nicht hinter die Küche, denn da sitzen auch immer die Eltern mit ihren Kindern und ich habe keine Lust, 8 Stunden lang eine Babyschale auf dem Schoß zu haben.

Heike: *Schluck* Ok, dann die 3er Reihe am Fenster.

Sandra: Puhhh ... na endlich. Reihe 51, Platz A & B ?

Heike: Nein!!!

Sandra: Was jetzt wieder??

Heike: Keine ungeraden Zahlen. Ich setze mich auf keinen ungeraden Platz!!!

Sandra: Die Reihe ist ungerade, nicht der Platz.

Heike: Egal. Keine ungeraden Zahlen :o(

Sandra: *Uff* Wir nehmen jetzt Reihe 52, Platz A & B. Basta!!!

Heike: Wo ist jetzt das Klo???

Sandra: Oh Gott!!! Es gibt immer ein Klo vorn und ein Klo hinten, verdammt noch mal!!!

Heike: Welches ist dichter dran???

Sandra: *Stöhn*

Heike: Wie heißt jetzt eigentlich der Zielflughafen?

Sandra: Point-à-Pitre - Guadeloupe.

Heike: ???

Sandra: Wie jetzt? Wir fliegen doch in die Karibik. Oder etwa nicht? :o(

Heike: Oh man! Tschüss, ich geh' auf's Klo!


Donnerstag, 17. September 2015

Noch 2 Tage ... ohne Post nix los?!?

So, nun wird es langsam eng und es gibt nicht mehr viel vorzubereiten. Aber so ganz ohne Post wollen wir Euch natürlich nicht ins Bett schicken.

Heute haben wir in der Arbeit noch mal richtig Vollgas gegeben, um auf der Zielgeraden wirklich entspannt gen Urlaub blicken zu können.

Die guten Wünsche von Freunden und Kollegen sind auch eingetütet und bekommen als treue Begleiter einen besonders schönen Platz im Gepäck. So manch ein Kollege vermutete einen bereits heute im Urlaub und so war man dann mal versehentlich 2 Stunden aus dem Büro ausgesperrt - der eigene Schlüssel lag leider im Büro und die Tür war zu. Hoffen wir mal, dass die Kollegen uns nach 3 Wochen überhaupt noch kennen :o)

Apropos Gepäck, Sandra hat natürlich vorbildlich schon alles gepackt und wäre eigentlich morgen bereits startklar. Ich natürlich wieder nicht. Aber das sehe ich entspannt, denn da ich ohnehin in der Nacht zu Samstag vor lauter Reisefieber nicht werde schlafen können, kann ich die Zeit effektiv zum Packen nutzen :o))